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Linderung des Hämorrhoidalleidens
Die eigentliche Behandlung der erkrankten Hämorrhoiden richtet sich individuell nach dem Stadium der Erkrankung. Die meisten Therapieverfahren, bei denen die Ursache der Erkrankung behandelt wird, sind fast schmerzfrei. Viele Behandlungsformen können ambulant durchgeführt werden. Neben allgemeinen Empfehlungen zur
Ernährung und zum
Stuhlverhalten
gibt es zwei Behandlungsprinzipien:
 die nicht-operative Behandlung sowie der operative Eingriff.
Salben, Cremes, Pasten und Zäpfchen
Zunächst lassen sich die Beschwerden lindern, oder kurzfristig beseitigen, ohne dass sich an den Ursachen, also den vergrößerten Hämorrhoiden selbst, etwas ändert. Diese erste "symptomatische" Behandlung geschieht in der Regel mit Pasten, Cremes, Lotionen, Tinkturen oder auch Salben.
In der Anfangsphase, wenn die Hämorrhoiden noch nicht stark ausgeprägt und die Beschwerden noch erträglich sind, kann man versuchen, mit Selbstbehandlung das Leiden zu lindern. Eine Selbstbehandlung sollte zwei Wochen jedoch nicht übersteigen. Ist eine weitergehende Behandlung notwendig, sollte sie bei einem Arzt erfolgen, der sich in der Behandlung von Enddarm-Erkrankungen auskennt, einem sogenannten Proktologen oder Koloproktologen.
Salben, Cremes, Pasten und Zäpfchen wirken primär als lokale Anästhetika, die Schmerzen, Brennen und Jucken beseitigen und gegen das Nässen wirken können. Es gibt sie in der Apotheke mit und ohne Zusatz von Kortison. Bei den freiverkäuflichen Präparaten ohne Kortison kommen Substanzen zum Einsatz, die die Oberfläche des Gewebes betäuben und so die Beschwerden beseitigen. Andere Präparate ziehen die Hautoberfläche zusammen, wirken dabei abschwellend und austrocknend und können auch geringfügige Blutungen stillen. Das sind die so genannten Adstringentien, die als Wirkstoffe Aluminium- oder Zinksalze, pflanzliche Gerbstoffe (Hamamelis, Wismut, Rosskastanie, Eichenrinde) sowie synthetische Gerbstoffe und Tannine enthalten. Schließlich sind Präparate zur Hemmung von Entzündungen zu nennen (Antiphlogistika), mit Wirkstoffen wie beispielsweise Bufexamac und Azulene, aber auch Heilkräuter wie Kamille und Ringelblume können eingesetzt werden.
Im äußeren Analbereich, also rund um den After, sollten Cremes oder Salben zwei- bis dreimal am Tag in kleinen Mengen aufgetragen und mit der Fingerkuppe einmassiert werden. Lösungen werden aufgepinselt. Mit einem mitgelieferten Applikator, der auf das Gewinde der Tube aufgeschraubt wird, erreicht man das Innere des Afters. Ist der Applikator in den After eingeführt, drückt man auf die Salbentube, so dass sich der Inhalt durch kleine seitliche Öffnungen im Applikator hindurch gleichmäßig im Analkanal verteilen kann.
Zäpfchen, die so genannten Suppositorien, werden in den After eingeführt, lösen sich durch die Einwirkung der Körperwärme auf und bekämpfen unmittelbar am Ort Entzündungen.
Aber Vorsicht
: Sie wandern oft höher hinauf in den Mastdarm. Ihre Wirkstoffe treten durch die Darmwand hindurch und gelangen ins Blut, so dass sie nicht mehr lokal, sondern systemisch (über das gesamte Blutgefäßsystem verteilt) wirken. Um dies zu verhindern, gibt es Analtampons. Das sind Zäpfchen mit einem kleinen Mullfähnchen am Ende. Es verhindert ein Hochwandern in den Mastdarm. Sobald sich das Zäpfchen aufgelöst hat, lässt sich das Mullfähnchen leicht aus dem After herausziehen, oder es geht mit dem Stuhlgang ab.
Der Nachteil dieses Therapieprinzips besteht in einer nur relativ kurzzeitigen Linderung der Beschwerden. Das Hämorrhoidalleiden wird nicht behandelt, sondern schreitet weiter fort. Das Ziel sollte deshalb immer die Wiederherstellung des regulären hämorrhoidalen Schwellkörpers, also des hämorrhoidalen Ringschwammes sein und nicht nur die kurzfristige Beseitigung der Beschwerden.
Lauwarme Sitzbäder mit Zusatz von Heilkräutern wie Kamille, Eichenrinde, Hamamelis und anderen wirken gegen Entzündungen und Juckreiz. Ein Bidet haben die wenigsten zu Hause, aber es gibt eine spezielle Bidetschüssel zu kaufen, die in die Toilette eingehängt werden kann.
Die Selbstbehandlung mit den genannten Präparaten kann zu Beginn der Erkrankung Linderung bringen. Sie hat aber ihre Grenzen. Nach zweiwöchiger Selbsttherapie muss nicht zuletzt deshalb ein Arzt konsultiert werden, um eine schwere Erkrankung, wie zum Beispiel den Beginn eines Tumorleidens, auszuschließen.
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